Gilchinger Grüne diskutieren über Gefahrenstellen und Verbesserungsmöglichkeiten.

Radler brauchen langen Atem

Bereits vor 29 Jahren haben die Grünen in Gilching erstmals den Antrag gestellt, dass die Gemeinde ein Radwegekonzept erstellen lässt. Dieser Vorstoß wurde damals belächelt. Auf einigen Strecken ist der Ort mittlerweile ein gefährliches Pflaster für Fahrradfahrer. Der Ortsverband forderte daher am Mittwoch in einer Veranstaltung, das Thema erneut anzupacken.

Zehn-Punkte-Programm wird nur schleppend umgesetzt

Peter Unger
Peter Unger

Zwar versuche die Kommune inzwischen, die Situation für die Radler mit einem Zehn-Punkte-Programm zu verbessern. Aber dieses Konzept werde „leider nur schleppend und langsam“ umgesetzt, kritisierten die Grünen-Gemeinderäte Peter Unger und Herbert Gebauer. Ihrer Ansicht nach wird die Situation immer noch zu sehr aus der „Scheibenwischer-Perspektive“ betrachtet; das Bewusstsein für die Belange der Fahrradfahrer müsse geschärft werden. Auffällig ist in ihren Augen der starke innerörtliche Quellverkehr in Gilching. Das hatte auch der Münchner Professor Harald Kurzak in einem Gutachten festgestellt: „Kein Weg ist zu kurz, als dass er nicht mit dem Pkw durchgeführt wird.“

 

Herbert Gebauer, Peter Unger und Hubert Laux (stehend)
Herbert Gebauer, Peter Unger und
Hubert Laux (stehend)

Ein Brennpunkt ist nach Ansicht der Gilchinger Grünen die stark befahrene Römerstraße, einer der Hauptverkehrswege in der Gemeinde mit rund 18.000 Einwohnern. Auf dieser Staatsstraße sind die Autofahrer relativ schnell unterwegs, und an einigen Stellen ist die Situationen unübersichtlich, weil Autos ein- und ausparken. In diesen Bereichen mit dem Rad zum Einkaufen zu fahren, empfänden viele Gilchinger als kleines Abenteuer, hieß es bei der Grünen-Versammlung. Wegen der „komplexen Situation“ müsse ein städtebauliches Konzept erarbeitet werden, forderte Hubert Laux von den Grünen, der als Diplom-Geograph in der Münchner Stadtplanung tätig ist. Er verwies auf das Radwege-Gutachten für Gilching, wonach Parallelrouten zur Römerstraße nötig seien. In diesem Zusammenhang kam auch die vorgeschlagene Teilsperrung der Talhofstraße vor dem Schulzentrum zur Sprache. Doch dieses Ansinnen hatten die Kommunalpolitiker vorerst gestrichen.

Kilian Häuser und Hubert Laux
Kilian Häuser und Hubert Laux

Als unbefriedigend und brenzlig sehen die Grünen auch die Lage auf dem Starnberger Weg und auf der Karolingerstraße an. In einigen Bereichen hat sich aber auch schon etwas getan. So wurden Schilder und Markierungen angebracht, bestimmte Einbahnstraßen dürfen Radler in beiden Richtungen benutzen. An den Bahnhöfen wurden außerdem neue Fahrradständer installiert. Dennoch gibt es nach Erkundungen der Grünen noch zu wenig davon und zu viele „Felgenbrecher“. Für Referent Kilian Häuser ist es auch „trostlos“, dass am neuen Marktplatz und dessen seitlichen Wegen nur 20 Fahrradständer zu zählen seien, die zudem nicht überdacht seien. Das ist nach seinen Worten ein „Armutszeugnis“ für die Gemeinde. Im Gegensatz dazu seien zum Beispiel Germering und Fürstenfeldbruck mit ihrem Radwegenetz viel, weiter. Dort, fürchte man sich weniger, auf dem Fahrrad unterwegs zu sein als in Gilching, so der Tenor.

Zu wenige Fahrradständer an den Bahnhöfen

Jetzt wollen die Grünen den Lenker herumreißen und versuchen, mit Aktionen wie „Stadtradler“ und „Radltagen“, die Leute zu bewegen, sich häufiger auf den Sattel zu setzen. Dafür müsse sich aber die Sicherheit auf den Straßen und Wegen deutlich verbessern, betonten Unger und Gebauer. Sie erwähnten dabei ebenso, dass Radeln nicht nur gesund sei, sondern auch das Klima schone – im Gegensatz zum Autoverkehr.

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