Spatenstich zum Baubeginn der Westumgehung

Brief der Gemeinderatsfraktion
an den
Gemeinderat Gilching
z. Hd. Herrn Bürgermeister 
Manfred Walter 

Spatenstich zum Baubeginn der Westumgehung

Sehr geehrter Herr Walter,

am 27. April 2018 sind wir zum Spatenstich zum Baubeginn der Westumgehung eingeladen.

Für uns steht diese Straße auch für Landschaftszerstörung, Flächenversiegelung und Zerschneidung von Naherholungsgebieten.

Neue Straßen sind Angebote zum Autofahren und setzen einen Anreiz, das Auto zu benutzen. Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass Straßennetze dynamische Systeme sind, bei denen eine Erweiterung des Angebots für entsprechend mehr Nachfrage sorgt.

Die Energiewende, die bis zum Jahr 2035 im Landkreis Starnberg geschafft werden soll, rückt in immer weitere Ferne. Denn Energiewende heißt zwingend auch Verkehrswende. Und ohne Verkehrswende ist unser Klimaziel nicht zu erreichen.

Angesichts des Klimawandels jetzt weitere Straßen zu bauen, ist nicht zielführend.

Wir wollen eine Verkehrsplanung, die auf mehr sichere Fuß- und Radwege setzt, Carsharing-Angebote ausweitet, ein innerörtliches Bussystem ermöglicht, Anrufsammeltaxis schafft und den öffentlichen Nahverkehr ausbaut, und die damit mehr Mobilität schafft. Bequem und bezahlbar von A nach B – das geht mit einem guten Bahnnetz, modernem ÖPNV und Verkehrsmitteln, die wir nahtlos miteinander kombinieren können. Hier wären die vielen Millionen Euro, die die Westumgehung kostet, sinnvoller und zukunftsfähiger investiert.

Stattdessen setzen Sie und die Mehrheit des Gilchinger Gemeinderates Straßenbau­konzepte einer vergangenen Zeit um, ohne Rücksicht auf die Begrenztheit der Ressourcen und die Verantwortung für die nächsten Generationen zu nehmen.

Das ist für uns kein Grund zum Feiern und deshalb wird die Fraktion von Bündnis 90 Die Grünen am Spatenstich nicht teilnehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Unger, Martin Pilgram, Herbert Gebauer

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