Was wissen wir über den Klimawandel?

Gespannt auf Antworten zu dieser bewegenden Frage kamen 60 Zuhörerinnen und Zuhörer in den Rathaussaal der Gemeinde Gilching. Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen konnte Prof. Dr. Robert Sausen vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt als Referenten gewinnen. Prof. Sausen ist dort Leiter der Abteilung für Erdsystem-Modellierung am Institut für Physik der Atmosphäre.

Prof. Dr. Robert Sausen:

„Die Wissenschaft ist sich sicher, dass der Klimawandel menschengemacht ist“, bekräftigte Sausen. „Wir müssen etwas tun, um die Antriebe des Klimawandels zu reduzieren. Der wesentliche Antrieb sind Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid und Methan. Daneben haben auch Aerosole also klimaschädliche Partikel in der Atmosphäre, die einen großen Einfluss auf die Bewölkung haben, und Veränderungen, die die Rückstrahlkraft der Oberfläche der Erde verändern, negative Auswirkungen auf das Klima. Nötig sind parallel zu Reduzierungsmaßnahmen auch Anpassungsmaßnahmen. Diese Maßnahmen – wie etwa Deiche oder Umbau der Wälder – müssen Teil der Strategie gegen die schädlichen Folgen der Erderwärmung – wie etwa ein steigender Meeresspiegel – sein“, erklärte der DLR-Wissenschaftler. „Um kostenintensive und teils schmerzhafte politische Entscheidungen werden wir nicht herumkommen, wenn wir dieser Krise begegnen wollen. Nur wenn wir es schaffen die Erwärmung auf etwa 1,8° – 2,5° Celsius zu begrenzen können wir den Schaden auf ein einigermaßen erträgliches Niveau begrenzen“, mahnte Sausen.

Martin Pilgram:

Zur Situation vor Ort in Gilching sprach Gemeinderat und Energiereferent Martin Pilgram (Listenplatz 2): „Die Gemeinde tut etwas, aber in vielen Bereichen muss sie zum Tun getragen werden, es bleiben am Ende dieser Ratsperiode viele Baustellen. Wir Grüne werden für die nächste Legislaturperiode auf einen Nachhaltigkeitsreferenten und einen für die Gemeindewerke drängen. Beim Thema Energie bieten sich in Gilching viele Chancen. Der Ausbau von Photovoltaik muss im öffentlichen wie im privaten Bereich entschieden vorangetrieben werden. Erste Gebiete um den Gewerbepark Ost in Argelsried werden mit Fernwärme versorgt. Dazu sollen in einem nächsten Schritt Landsberger Straße und Sonnenstraße kommen. Jedoch stockt die Weiterentwicklung bei der Geothermie und leider ist auch Gauting nicht als treibende Kraft in diesem Bereich zu erkennen. Bei der Mobilität stehen wir ganz am Anfang. Zwar bringen Schnellbuslinien vereinzelt Autofahrer zum MVV, aber immer noch hat das Auto oberste Priorität in den Planungen der Gemeinde.“

Martina Neubauer:

„Als Landrätin werde ich alle Landkreisgemeinden bei Gründung und Ausbau von Gemeindewerken unterstützen. Gemeindewerke sind der Weg zu einer dezentralen und bürgernahen Energieerzeugung. Auch so können wir die Reduktion von klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid erreichen, die nötig ist, um unsere Klimaziele zu erreichen“, ergänzte Landratskandidatin Martina Neubauer.

Zur anschließenden Diskussion waren drei Jugendliche der FridaysForFuture-Bewegung gekommen. Nach ihren Erfahrungen gefragt, berichtete eine Teilnehmerin: „Manche Schüler haben mehrere Verweise erhalten, weil sie an den Demonstrationen teilgenommen haben. Die Intensität der Verfolgung hängt von der jeweiligen Schulform ab. So wird an unserem Gymnasium meist mit Verweisen reagiert.“

Eine weitere Teilnehmerin erklärte: „An Montessori Schulen wurde uns in den unteren Klassen schon die Möglichkeit gegeben an Demonstrationen teilzunehmen. Aber auch hier steigt mit den Jahrgangsstufen der Versetzungsdruck und macht eine Teilnahme so praktisch schwer.“
„Ganz wichtig ist es uns zu sagen, dass jede(r) Einzelne etwas tun kann. Es darf nicht sein, dass wir unsere Kühlschränke mit Fleisch zum Kilopreis von 99 Cent füllen. Wir leben zum Beispiel vegan. Aber das ist gar nicht unbedingt nötig. Auch weniger Fleisch zu essen und auf die Qualität zu achten kann viel bewirken“, betonten die Schülerinnen.

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