Aktion zum Gedenken an das Ende des 2. Weltkrieges am 8. Mai 1945 – weiße Tücher auch in Gilching

Am 8. Mai sollten heuer eigentlich etliche Veranstaltungen an die Befreiung vom Faschismus vor 75 Jahren und an das Kriegsende am 8. Mai 1945 erinnern. Doch diese Gedenkfeiern sind verständlicherweise in Coronazeiten abgesagt worden. Um aber dennoch an diese Zeit zu erinnern, möchten wir uns dem Appell der Münchner Künstler Wolfram Kastner und Michael Wladarsch anschließen, die vorschlugen, vom 29.4. bis 8.5, weiße Tücher deutlich sichtbar aus den Fenstern, über Zäune oder Balkone zu hängen. Weiße Laken wurden 1945 ebenso als Zeichen der Kapitulation verwendet. Allerdings waren es damals nicht viele Menschen, die sich das trauten, konnte man sich doch durch diese Aktion auch noch in Gefahr bringen, z.B. durch Denunziation.

Der 8. Mai 1945 bezeichnet das Ende des 2. Weltkrieges. Er wird auch oft „Tag der Befreiung“ genannt – 1985 bezeichnete Richard von Weizsäcker diesen Tag so in einer Rede.

Rudolf Schicht, Chronist der damaligen Zeit in Gilching schreibt dazu in seinem Buch „Wie es in Gilching war“ (2. Band, S. 91, Gilching 1996):
„In der Nacht zum Montag, den 30.April 1945 war es ruhig geworden in Gilching. Die Angst vor den Fliegerangriffen war vorbei und die letzten deutschen Soldaten hatten schon das Dorf in Richtung Unterbrunn-Starnberg verlassen.
Ab 8 Uhr morgens kreiste ein Aufklärungsflugzeug der Amerikaner über Gilching, um festzuhalten, ob sich im Dorf noch deutsche Soldaten in Abwehrstellung befinden. Das Dorf machte einen friedlichen Eindruck. Gegen 9 Uhr vormittags rollten dann die Kolonnen der amerikanischen 11. Infantriedivision mit ihren Panzern, Jeeps und Versorgungsfahrzeugen von Germansberg und Alling kommend in Gilching ein. Amerikanische Soldaten durchsuchten die Häuser nach deutschen Soldaten. Sie fanden aber keine mehr. Zögernd kamen die Gilchinger aus ihren Häusern und bestaunten die gewaltige amerikanische Kriegsmaschinerie. Die Panzer rollten weiter Richtung Argelsried, wobei die Panzerketten dabei den dünnen Teerbelag auf der Römerstraße zwischen Dorf und Bahnhof zermalmten. Nur eine kleine Infantriegruppe blieb in Gilching und quartierte sich für die nächsten drei Monate im Schulhaus ein.“

Gerade auch der Jugend soll durch das Erinnern der Krieg und das Kriegsende bewusst werden – auch wenn es über 75 Jahre her ist. Aber es sollte uns alle daran erinnern, wie viele Menschen in diesem Krieg sinnlos um das Leben kamen – aus den verschiedensten Gründen. Es sollte uns alle mahnen mit unserer Demokratie sorgfältig umzugehen, auch wenn wir durch Corona gerade mit vielen anderen sehr ernst zu nehmenden Problemen fürwahr beschäftigt sind.

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