Rund 350 Bürgerinnen und Bürger folgten am Dienstagabend der Einladung des Starnberger Merkur zur Podiumsdiskussion mit den vier Bewerberinnen und Bewerbern um das Amt des Gilchinger Bürgermeisters. Aufgrund der hohen Nachfrage mussten zahlreiche Interessierte abgewiesen werden. Schwerpunkte der Diskussion lagen auf den Themen Gilchinger Glatze und Mobilitätskonzept.
Melanie Kude, Bürgermeisterkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, stellte sich mit ihren Qualifikationen als Architektin und Projektmanagerin vor: „Mein Arbeitsfeld liegt da, wo alle Gewerke zusammenlaufen – da gilt es, wie in der Politik, einen kühlen Kopf zu bewahren und gut zu verhandeln zwischen den einzelnen Parteien.“ Kude betonte in ihren Beiträgen die Notwendigkeit einer zukunftsorientierten Entwicklung der Glatze. „Wir haben die Chance, ein verkehrsberuhigtes, modernes Quartier mit hoher Lebensqualität zu schaffen – mit bezahlbarem Wohnraum, viel Grün, Verschattung und einer Mobilitätsplanung, die alle mitnimmt“, erklärte Kude. Damit die Gemeinde die Art der Wohnbebauung aktiv gestalten kann, dürften Grundstücke nicht mit Blick auf einen kurzfristigen Profit verkauft werden, sondern müssten in Erbpacht vergeben werden, so Kude. So könnten z.B. Wohnungsbaugenossenschaften, die Wohnen für alle Generationen und Geldbeutel möglich machen, aktiv werden. Mit Blick auf die Glatze sprach Melanie Kude sich außerdem klar gegen den Ausbau des sogenannten Bahnwegerls für den motorisierten Verkehr aus.
Ein zentrales Anliegen der Grünen-Kandidatin ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den Planungsprozessen. „Akzeptanz entsteht durch Mitgestaltung. Wir brauchen gute Angebote, die den Verkehrsraum für alle sicher und attraktiv machen – ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Auto oder dem ÖPNV“, so Kude weiter. Ihr Ansatz sei es, hart in der Sache zu verhandeln, um anschließend tragfähige Kompromisse zu schließen.
Die Diskussion zeigte einmal mehr, dass die anstehende Wahl richtungsweisend für Gilching sein wird. Die Kandidierenden präsentierten unterschiedliche Konzepte für die Entwicklung der Gemeinde, wobei insbesondere die Gilchinger Glatze als Symbol für die Herausforderungen der kommenden Jahre gilt. Melanie Kude unterstrich, dass grundsätzlich bei der Gestaltung von Wohngebieten, aber auch beispielsweise des Marktplatzes nicht nur die Architektur, sondern auch die notwendigen Hitzeschutzmaßnahmen von Bedeutung seien. „Effektive Begrünung und eine durchdachte Verschattung sind keine Nebensächlichkeiten, sondern notwendig für ein lebenswertes Gilching“, sagte sie.
Die Podiumsdiskussion wurde im Vorfeld durch eingereichte Bürgerfragen strukturiert und bot den Kandidierenden die Möglichkeit, ihre Visionen für die Gemeinde zu präsentieren. Die hohe Teilnehmerzahl unterstreicht das große Interesse der Gilchinger Bevölkerung an einer aktiven Mitgestaltung ihrer Zukunft.
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