Trinkwasser-Glas (Sharepic)

Nitrat im Gilchinger Trinkwasser

Nitrat ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, für den Menschen aber in höherer Konzentration ungesund.

Gute Information von der Bundesanstalt für Risikobewertung zu Nitrat und Gesundheit findet man unter https://www.bfr.bund.de/ de/fragen_und_antworten_zu_nitrat_und_nitrit_in_lebensmitteln-187056.html.

Ein Erwachsener sollte täglich nicht mehr als rd. 250 Milligramm Nitrat aufnehmen. In den Körper gelangt das Nitrat aus den Lebensmitteln und dem Trinkwasser. Deren zulässige Nitratgehalte sind gesetzlich begrenzt. Für das Trinkwasser gilt ein Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter (mg/l). Bei einem Trinkwasserverbrauch von 2 – 3 Litern am Tag und einem Wasser mit 50 mg/l Nitrat wird etwa die Hälfte der verträglichen Tagesmenge an Nitrat erreicht. Für Säuglinge, Schwangere und kranke Menschen gelten deutlich niedrigere Werte. Es ist also ein möglichst niedriger Nitratgehalt des Trinkwassers anzustreben. Der natürliche Nitratgehalt des Grundwassers, aus dem das meiste Trinkwasser gewonnen wird, liegt bei 10 mg/l.

Wie sieht es mit dem Nitrat im Gilchinger Trinkwasser aus ? Das Gilchinger Trinkwasser wird aus gemeindeeigenen Brunnen nördlich von Rottenried (Br. 5) mit rd. 10 mg/l Nitrat und südlich des Talhofes (Br. 4) mit rd. 30 mg/l Nitrat gewonnen. Außerdem besteht ein Notverbund zur Wassergewinnung Vierseenland, die im Unterbrunner Holz drei Brunnen mit ebenfalls rd. 30 mg/l Nitrat betreibt.

 

Ausbauschema der Brunnen 4 und 5

Ausbauschema Brunnen 4 und 5

Grafik: W. Deiglmayr

Die rd. 5 m mächtige Schluffschicht am Brunnen 5 verzögert den Nitrateintrag von der Oberfläche ins Grundwasser. Zusammen mit dem weitgehend bewaldeten Einzugsgebiet ergibt sich ein Nitratgehalt des Grundwassers von rd. 10 mg/l.

Das Wasser von den drei Brunnenstandorten wir in unterschiedlicher Menge und zu unterschiedlichen Zeiten in das Versorgungsnetz und zum Hochbehälter auf dem Steinberg gefördert. Durch Mischung der Wässer entstehen von der Tageszeit und von der Lage im Versorgungsnetz abhängig verschiedene Nitratkonzentrationen, die von 10 mg/l Nitrat bis zu rd. 30 mg/l Nitrat reichen können.

 

Versorgungsnetz der Gemeinde Gilching

Karte: Versorgungsnetz der Gemeinde Gilching

Karte: GeoLIS Starnberg, Ergänzungen: W. Deiglmayr

Wasserförderung Hochbehälter Januar 2017

Grafik: W. Deiglmayr

 

Aus den beiden Abbildungen lässt sich ablesen, dass in der Zeit zwischen 6.30 Uhr und 13.00 Uhr, in der 27 Liter Wasser pro Sekunde (l/s) nur aus dem Brunnen 5 zum Hochbehälter gefördert werden, in den Wasserleitungen im Gilchinger Altdorf Trinkwasser mit dem sehr niederen Nitratgehalt von etwa 10 mg/l vorhanden ist. Bei einem größeren Verbrauch als 25 l/s fließt dem Altdorf und den anderen Ortsteilen auch Mischwasser mit einem höheren Nitratgehalt von durchschnittlich 20 mg/l aus dem Hochbehälter zu.

Der Ortsteil Neugilching ist zeitweise in einer deutlich ungünstigeren Situation. Zwischen 13.00 Uhr und 17.30 Uhr, wenn nur aus dem Unterbrunner Holz 25 l/s gefördert werden, befindet sich in den dortigen Leitungen Trinkwasser mit rd. 30 mg/l Nitrat. Ist in dieser Zeit der Verbrauch größer als 25 l/s, gilt wie im Fall des Altdorfes, dass Mischwasser aus dem Hochbehälter mit einem durchschnittlichen Nitratwert von 20 mg/l zufließt.

Werner Deiglmayr (OV Gilching)

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