Rückblick auf Pro Bannwald-Abend mit Landratskandidierenden

Der Veranstaltungssaal war beim gestrigen Pro Bannwald-Abend mehr als gut gefüllt – das Thema „geplantes Gautinger Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz“ und vor allem auch die Anwesenheit fast – die SPD-Kandidatin Frau Kern war erkrankt – aller Landratskandierenden ist auf breites Interesse gestoßen. Mit dabei waren auch viele der Bürgermeisterkandidierenden aus Gilching und Umgebung. Frau Dr. Kössinger, Gautinger Bürgermeisterin hatte allerdings abgesagt.

Eine Fläche von rund 60 Hektar soll für das Gewerbegebiet verplant, etwa die Hälfte davon bebaut werden. Dass das ein erheblicher Eingriff in Landschaftsschutzgebiet, Bannwald, emfindliche Wasservorräte und auch in das Erholungsgelände vieler Menschen darstellt, war unter den Politiker*innen recht unumstritten. Manche halten Eingriffe in die Natur aber dennoch für nötig, damit z.B. die Innovationskraft der Region nicht gefährdet und die Entscheidungsfreiheit der Kommunen nicht beschnitten werde.
Allen Landratskandidierenden lag am Herzen, mit sämtlichen Betroffenen im Gespräch zu bleiben, um eine möglichst tragfähige Lösung zu finden.
Herr Frey (CSU) hat vorgeschlagen, das Gewerbegebiet nicht im Wald anzusiedeln, sondern dafür – in Absprache mit Gilching – auf Wiesen und Felder zurück zu greifen. Allerdings tragen auch freie Flächen dieser Art zur Sauerstoffproduktion bei und ihre Versiegelung würde ebenfalls einen erheblichen Eingriff in Wasser- und Bodenhaushalt darstellen.
Martina Neubauer (Grüne) machte klar, dass ein nachgepflanzter Wald auf Ausgleichsflächen frühestens in dreißig Jahren den ökologischen Nutzen des heutigen Bannwaldes bringen kann. Sie betonte, dass es in unserer Zeit darum gehen müsse, neuen Wald zu pflanzen und gleichzeitig den bestehenden Wald zu erhalten. Ein weiteres Gewerbegebiet wird ihrer Ansicht nach auch neue Arbeistkräfte anziehen, die dann wiederum Bedarf an Wohnraum und soialer Infrastruktur anmelden. Nachdem im Landkreis Starnberg Vollbeschäftigung herrscht, wären Einpendeln und Zuzug erheblich.
Die Bürgermeisterkandidierenden der Grünen Diana Franke (Gilching) und Hans-Wilhelm Knape (Gauting) brachten noch ins Gespräch ein, dass es sich lohne, über Neuregelungen rund um die Gewerbesteuer nachzudenken. Bisher muss jede Gemeinde in der Regel auf eigenem Gebiet Geld für ihre Kasse erwirtschaften und dabei vielleicht auch immer wieder auf eigentlich schützenswerte Flächen zurück greifen. Bei mehr interkommunaler Zusammenarbeit könnten da Verbesserungen erreicht werden.
Dass auf Kosten von Natur Profit gemacht werden soll, ist leider kein Einzelfall – beispielsweise in Schorn/Starnberg ist die Lage sehr ähnlich.

Hier finden sich die aussagekräftigen Folien mit Zahlen und Fakten, die während der Veranstaltung gezeigt wurden;
https://www.pro-bannwald.de/files/Pro-Bannwald/Aktuelles/Aktionsbu%cc%88ndnis%20Pro%20Bannwald%2014.12.2017.pdf

Martina Neubauer mit Bürgermeisterkandidatin Diana Franke:

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